Operation Kanisterkopp – Tag 2

Unfassbarlich wie schlecht man schlafen kann, wenn nachts etliche Hirsche in den nahen Wäldern wach werden und um einen herum jaulen/grunzen/schreien. Im Zelt hört man natürlich alles doppelt so laut, wenn die Hirschs nur eine Hand voll Meter durchs Dickicht schreiten und die Äste knacken – aber das sollte an diesem Tag das kleinste Problem gewesen sein.
Zum Einstieg des ersten Trails mussten noch ein paar Kilometer über Land abgespult werden. Es wurde dann auch ziemlich schnell ernst. Die ersten Matschlöcher gleich am Einstieg sorgten für Auslese. Feislav hinterm Steuer, ich am spotten – und ein paar Waffleboards später konnten wir über die dicken Wurzeln navigieren.
Der Boden war sehr geil schmierig und klebrig. Einige Matschlöcher später war es dann so weit: Einfach zu vorsichtig und mit zu wenig Mamboo machten wir den klassischen gestrandeten Wal. Patrolskowka hing mit beiden Diffs und dem Getriebeträger auf dem Mittelteil des Trails. Das bedeutete für die Räder zu wenig Druck/Belastung.
In den folgenden STUNDEN probierten wir von Buddeln; Waffleboards an Spanngurten an den Felgen, die sich selbst festziehen; bis hin zum Aufschaukeln. Die Lösung: Patrolskowka hinten mit dem Wagenheber anheben bis Räder in der Luft, Waffleboards unter die Hinterräder prügeln. Vorne im Matschloch liegend Patrolskowka anheben und die Räder in der Matschrinne mit Ästen unterfüttern. Dann noch eine Stunde die Diffs freibuddeln, damit sie überhaupt etwas Freiraum nach hinten haben. Mit viel Vollgas und Beten konnten wir uns dann befreien.
Next stop: Supermercado, Waschbox und Campspot finden. Wunden lecken, totes Tier & Bier – und dazu selbstgemachte Pommes.
Soczek hatte es mittlerweile aus B bis knapp hinter die polnische Grenze geschafft. . Er meldete sich bei uns, dass ihm die Blattfederaufnahme der Vorderachse weggebochen sei. Mit viel Wehmut über seinen selbstgebauten Iglhaut, humpelte er im Schritttempo zurück nach Berlin durch die Nacht.